Die Collage Polyglotte wurde 1986 als freie Autorenproduktion im auto- reneigenen Studio realisiert. Dabei ging es nicht um die Interpretation und Reproduktion eines bereits fertigen Typoskripts, sondern um die Bearbeitung, Zusammenstellung und Manipulation bereits vorhandenen O-Tonmaterials.

Ein der Diktion und Anlage nach programmatischer Telefonmonolog eines Soziotherapeuten erörtert, über das Hörstück verteilt, das Phäno- men, die Aporie vom landläufigen Hörerwunsch und -bedürfnis nach Eindeutigkeit und Sicherheit auf der einen Seite und der von den Auto- ren zwecks Hinterfragung inszenierten Verunsicherung auf der anderen Seite.

Polyglotte ist als Persiflage auf den täglich hereinbrechenden Informa- tionskrieg, auf die Suggestionsmethoden der Medien, der Gesellschaft und auch der Geschichte zu verstehen und läßt eine Menge an Asso- ziationsmöglichkeiten zu.

Polyglotte, im Entstehungsjahr als »Diskreditierung des Rundfunks« abgetan und von den meisten ARD-Anstalten zuerst heftigst abgelehnt, wurde dann doch bis heute von sieben Rundfunkanstalten (einschließ- lich des Österreichischen Rundfunks) insgesamt 15 Mal im Rahmen der Hörspielprogramme ausgestrahlt.Vom Südwestfunk wurde Poly- glotte für den Prix Futura 1987 nominiert.


Polyglotte - eine Hörverunsicherung
von Karlheinz Barwasser und Robert Stauffer
Tontechnik, Realisation und Produktion: die Autoren
Spieldauer: 30:08 Stereo
© 1987 bei den Autoren und SWF, SDR (beide heute SWR), SR, Radio Bremen, ORF,
BR, Radio 100, RIAS, DLR, DS-Kultur