»Eva Busch wurde gegen Ende des Ersten Weltkriegs als uneheliche Tochter der berühmten Opernsängerin Emmy Zimmermann und des Wagner-Dirigenten Franz Beidler in Berlin geboren. Schon in jungen Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu Hause, emigrierte sie kurz nach ihrer Heirat mit dem Schauspieler, Sänger und kommu- nistischen Agitator Ernst Busch aus Deutschland. In den Jahren der Emigration machte sie sich einen Namen als Sängerin. Sie trat in der Schweiz, in Holland, Belgien, in den USA und vor allem in Frankreich auf - überall dort, wo Hitler nicht war. Sie wurde Mitglied des legendä- ren Nelson-Kabaretts. Viele Künstlerfreundschaften, u. a. mit dem Maler Kiki Kisling, mit Max Ernst, mit Picasso, mit dem Schriftsteller Louis Aragon und dem Regisseur Max Ophüls prägten ihr Leben. Ihre Karriere wurde unterbrochen, als sie nach der Ausbürgerung 1937 durch die Nazis und nach der Besetzung von Paris dort von der Gesta- po verhaftet, zunächst in das Lager Gurs und anschließend ins Kon- zentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Nach dreieinhalb KZ- Jahren mußte sie noch fünf Monate bis Kriegsende in Berlin als Kriegsdienstverpflichtete arbeiten.

Ende 1945 verließ sie Deutschland, um in ihrer Wahlheimat Frankreich zu leben, wo die gefeierte Sängerin bald schon wieder an die Vor- kriegserfolge anknüpfen konnte. Anfang 1946 lernte sie die bekannte Journalistin George Sinclair kennen, mit der sie von nun an zusam- menlebte und immer häufiger auch zusammenarbeitete. Viele Chan- son-Texte stammen aus der Feder von George.

In seinem Porträt ‘Und trotzdem’ entwirft Karlheinz Barwasser mit vie- len Originaltönen das Bild einer temperamentvollen, nonkonformisti- schen Künstlerin: Ein Leben zwischen Bühne und Widerstand.«
Gong Radiozeitung


Und trotzdem - Das Leben der Eva Busch
Originalton-Porträt von Karlheinz Barwasser
Technik und Regie: der Autor; Produktion: Barwasser/Stauffer/Stora Verlag © 1993
Spieldauer: 1:21:51 Stereo