Track 1
Sommer 1989. Die DDR steht politisch und wirtschaftlich vor dem Kollaps. Ungarn wird zum Inbegriff für den Weg in die Freiheit.
01:36

Track 2
27. Juni 1989. Der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Kollege Alois Mock durchtrennen in einem symboli- schen Akt die Drähte des Eisernen Vorhangs an der österreichisch- ungarischen Grenze.
00:49

Track 3
Juli & August 1989. Immer mehr DDR-Bürger reisen nach Ungarn und in die Tschechoslowakei. Sie suchen Zuflucht in den dortigen Bot- schaften der Bundesrepublik und verlangen ihre Ausreise in den We- sten. An der österreichisch-ungarischen Grenze bei Sopron flüchten etwa 900 DDR-Bürger in den Westen. Zudem sollen über eine Million Menschen einen Ausreiseantrag gestellt haben.
05:54

Track 4
Anfang September 1989. Die DDR-Führung bleibt starr auf Kurs. Die Zivilfahnder des Staatssicherheitsdienstes sind auf Posten und ver- haften in Leipzig nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche Demon- stranten, die Reisefreiheit fordern: »Wir wollen raus!«. Eine Woche später heißt die Losung: »Wir bleiben hier!«
07:53

Track 5
11. September 1989. Ungarn ermöglicht vielen DDR-Bürgern über die Grenze zu Österreich die Ausreise in die Bundesrepublik.
01:10

Track 6
Ab 12. September 1989. Die Hälfte der ungefähr 460 DDR-Flüchtlinge in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag darf in den Westen aus- reisen.
01:06

Track 7
30. September 1989. Die in die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau geflüchteten DDR-Bürger dürfen mit Einverständnis der Regierungen der DDR, Polens und der CSSR mit Sonderzügen der DDR-Reichsbahn über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik ausreisen.
02:05

Track 8
Anfang Oktober 1989. Die ersten Sonderzüge treffen in der Bundesre- publik ein. Innenpolitisch gibt es weiterhin kein Indiz für einen Reform- kurs in der DDR, die Haltung gegenüber den Bürgerrechtlern im Lande wird immer härter.
08:12

Track 9
Ab 7. Oktober 1989. In zahlreichen Städten finden Protestumzüge zu den offiziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR statt. Die Demonstranten skandieren »Stasi raus!«, »Wir sind das Volk!« und »Gorbi, hilf uns!«. Wiederholt kommt es zum Knüppeleinsatz gegen die demonstrierenden Massen. In Leipzig gehen 70.000 Menschen auf die Straße. Der Strom der DDR-Bürger, die aus Ungarn über Öster- reich in die Bundesrepublik einreisen, reißt nicht ab.
05:34

Track 10
18.10.1989. Angesichts der wachsenden Opposition tritt der schwer- kranke Erich Honecker von allen politischen Ämtern zurück, sein Nachfolger wird Egon Krenz, der von der Opposition für den Wahlbe- trug im Mai 1989 und für die polizeilichen Ausschreitungen vom 7. und 8. Oktober 1989 verantwortlich gemacht wird. Krenz kündigt die Ein- leitung einer »Wende« an.
03:32

Track 11
Ende Oktober 1989. Herausgabe einer Dokumentation über die Poli- zeiübergriffe bei den Gründungsfeierlichkeiten der DDR: Protokolle über brutale Polizeieinsätze und -hetzjagden. 300.000 Menschen gehen in Leipzig auf die Straße, auch in Ostberlin ist die Stunde der außerparla- mentarischen Opposition: »Bonzen raus, Arbeiter rein!«.
04:49

Track 12
Anfang November 1989. 500.000 Menschen ziehen friedlich durch die Ostberliner Straßen. Die SED bekennt sich öffentlich zur Umgestal- tung, die Bevölkerung jedoch bleibt skeptisch, viele erkennen dem Staat das Vertrauen ab. Funktionäre des ZK werden abgelöst. Reise- erleichterungen werden versprochen. Weiterhin kehren viele DDR-Bür- ger dem Staat den Rücken, weil sie nicht an Erneuerungen und die Verbesserung ihrer Lebensqualität glauben wollen.
06:08

Track 13
Ab 9. November 1989. Am Ende einer Pressekonferenz am 9.11. teilt das Politbüromitglied Günter Schabowski mit, daß bis zum Erlaß ei- nes neuen Reisegesetztes eine Regelung gelte, die praktisch die Frei- gabe des Reiseverkehrs bedeutet. Noch am selben Abend fordern Tau- sende von DDR-Bürgern an den Grenzübergangsstellen zu Westberlin und zur BRD die Öffnung der Grenze. Unter diesem Druck geben die Grenzwächter nach. Hunderttausende strömen, bald ohne jegliche Kontrolle, zum ersten Kurzbesuch  nach Westberlin und in die Bun- desrepublik. 28 Jahre nach dem Bau der Mauer sind die Grenzen zwi- schen beiden Teilen Deutschlands wieder offen.
09:27


Vorwärts immer - Rückwärts nimmer. Ein anderer deutscher Herbst
Originalton-Collage von Karlheinz Barwasser und Robert Stauffer
Digitaleinrichtung und -schnitt: Karlheinz Barwasser
Regie: Karlheinz Barwasser und Robert Stauffer
Eine Autorenproduktion im Auftrage des Bayerischen Rundfunks © 1999
Spieldauer: 58:15